Ich bin nun schon über 100 Tage in diesem schönen Land unterwegs. Seit der ersten Woche wollte ich diesen Artikel schreiben und nun habe ich langsam genug Fakten dafür gesammelt.
Fangen wir mal beim Einkaufen ein. Es gibt fast immer auch Selbstbedienerkassen, ob das schneller geht, sei mal dahingestellt. An den normalen Kassen wird prinzipiell die Ware von einem Mitarbeiter in Plastiktüten verpackt und für die Tüten muss man nichts zahlen. So kommen bei einem kleinen Einkauf von mir schnell drei Tüten zusammen und bei den großen Familieneinkäufen der Neuseeländer sind in den Kofferräumen dann schnell mal 10 bis 20 Tüten gefüllt. Für mich als Deutschen war es etwas verstörend, weswegen ich fast bei jeden Einkauf explizit auf die Tüten verzichtet habe.
In ländlicher Gegend kann einem auch passieren, dass einem Leute ohne Schuhe im Laden entgegenkommen. Da die Farmer gerne Gummistiefel tragen und diese auch sehr dreckig sind, werden sie vorbildlich vor dem Laden ausgezogen, um nicht alles dreckig zu machen. Außerdem hat Barfußlaufen in Neuseeland eine lange Tradition, weswegen es heute noch ein paar Leute praktizieren. Wer also Lust hat, kann seinen Urlaub etwas alternativer gestalten, indem er auf seine Schuhe verzichtet.
In den meisten größeren Ortschaften gibt es Alkoholverbotszonen. Hier darf in der Öffentlichkeit (24 Std/ 7 Tage) kein Alkohol konsumiert werden. Auch beim Einkaufen, muss die Kassenkraft erst die Chefkassenkraft holen, die den Ausweis kontrolliert, um Alkohol zu verkaufen. Das ist aufwendig, aber die Kassen von Neuseeland sind eh nicht die schnellsten :D. Am strengsten wird es in der Umgebung von Invercargill gehandhabt, wo am Wochenende kein Alkohol verkauft werden darf.
Beim Geld fällt einem auf, dass die kleinste Münze 10 Cent entspricht. Bei jedem Einkauf wird an der Kasse der Preis gerundet. Bis 5 Cent abgerundet und ab 6 Cent aufgerundet. Interessanterweise sind Gemüse und Obst die unverpackt sind, billiger als die Verpackten. z.B. bei Champignons. Riesige Preisunterschiede gibt es auch beim Tanken. Manchmal fährt man nur 20 Kilometer und es ist 10 Cent teuerer. Und die teuerste Tankstelle war bei 2,30$ (Milford Sound) und die billigste bei 1,66$ (Rotorua). Also immer schön gucken, wo man tankt ;).
Gehen wir mal weiter, was mir draußen aufgefallen ist. Ach ja, als aller erstes die Sonne. Anfangs ist Sonnencreme unerlässlich. Mindestens 30, besser 50, da über Neuseeland die Ozonschicht extrem dünn ist und dadurch viel mehr UV-Strahlung vorhanden ist. Nach 100 Tagen habe ich mich aber größtenteils an diesen Fakt gewöhnt und muss mich wirklich nur noch bei sehr starker Sonne einschmieren. Und was sieht man in Neuseeland auch überall: Schafe. Es gibt weit mehr Schafe als Einwohner, weswegen man sie immer neben der Straße auf Weiden sieht. Übrigens ist eigentlich alles neben der Straße Privatgelände, wo auch immer ein Zaun um das Grundstück führt. Nur Nationalparks sind nicht eingezäunt.
Einmal hatte ich sogar das Glück, dass mir eine Schafherde auf einer Schotterstraße entgegengekommen ist. Dann hiess es erstmal Motor aus und 3 Minuten warten.
Was man auch viel sieht sind Briefkästen, allerdings verwenden die Neuseeländer alles um einen Briefkasten zu bauen. Eine besondere Auswahl an Briefkästen ist auf dem folgenden Bild zu sehen.
Schwimmbäder nutzte ich hauptsächlich zum Duschen. Was mich da etwas verwundet hat ist, dass die Einheimischen teilweise als Begleitung ins Schwimmbad gegangen sind. Das ist ja noch normal, aber sie ziehen nicht mal die Schuhe aus und laufen einfach mit diesen quer durch das Hallenbad :D. Und was die Neuseeländer auch nicht kennen sind Mischbatterien. Entweder gibt es eine fest eingestellte Temperatur an der Dusche, oder man findet zwei Wasserhähne am Waschbecken. Dann heißt es: Entweder Finger verbrennen oder abfrieren.
Sehr oft nutzte ich die Bibliotheken von Neuseeland. Fast in jeder sind Computer vorhanden, welche man am Tag für 30 Minuten nutzen kann. Und die restliche Zeit kann man sich an eine Steckdose setzten um seine Sachen aufzuladen und das kostenlose WLAN nutzen.
Der letzte Punkt sind die verwendeten Schrauben in Neuseeland. Es gibt zwar auch die klassischen Schrauben, die man auch in Europa findet, die Spezialität der Neuseeland sind aber die Schrauben mit Viereckskopf. Diese werden hier sehr oft verwendet und würden in Deutschland glatt als Spezialschraube durchgehen.
Bestimmt gibt es noch viele andere Sachen, die anders sind in Neuseeland, aber ich finde der Artikel ist schon lange genug und außerdem muss ich ja noch meine letzten Tage in Neuseeland genießen :).
Oli bei den Hobbits
die Reise geht weiter